Bildrechte Peter Mück

Idee und Hintergrund zu dieser Webseite

Der 1. Lockdown im Frühjahr 2020 war ein Schock. Eine Kunstmesse, für die ich zugesagt hatte, musste abgesagt werden, obwohl der Veranstalter bis zum Schluss mit Hygienekonzepten für die Durchführung bei allen zuständigen Stellen gekämpft hatte. So ging es Schlag auf Schlag mit allen Kulturveranstaltungen. Nach dem Schock kam die innere Starre. Die Bilder für die Messe waren gemalt, eine Einzelausstellung im Herbst war mit einem großen Fragezeichen verbunden. Ich wollte neue Bilder zeigen, die Mut machen und Lebensfreude ausstrahlen. Die ganze Situation blieb ungeklärt. Hilfen für die Kultur standen im Raum und wurden unterschiedlich umgesetzt. Wie sollte es weiter gehen?

2. Lockdown

Im Spätherbst – einige Tage vor meiner geplanten Ausstellungseröffnung – war die 2. Welle da. Die Flyer waren gedruckt, Freunde und Interessierte eingeladen, allein die Hängung stand noch aus. Die Absage meiner Galeristin wollte ich so nicht stehen lassen. Ich suchte nach einem Ausweg. Am nächsten Tag vereinbarten wir trotz aller Umstände den Aufbau und organisierten virtuelle Besuchsmöglichkeiten.

So hatte ich zumindest das Gefühl, die Ausstellung und die damit verbundene Arbeit zu einem Abschluss gebracht zu haben. Diese Energie ging nicht ins Leere, führte nicht zu Mutlosigkeit oder depressiven Verstimmungen, sondern fand ihren Ausdruck in einer schön arrangierten Ausstellung. Zumindest einigen wenigen Menschen hat sie – digital oder analog – Freude bereitet. Gleichzeitig bestand die Hoffnung, dass vielleicht doch eine Öffnung später möglich sei. Allein es blieb beim Lockdown. Ein Jahr später ist vieles wie im März 2020. Mitten im 3. Lockdown ist die Perspektive für die Kultur völlig offen: Wie geht es weiter? Wann und wie werden Öffnungen möglich sein?

Corona-ArtExperience

Meine eigenen Erfahrungen haben mich bewogen, eine Plattform für alle Kulturbetroffenen zum gegenseitigen Austausch und Unterstützung zu gestalten. In Gesprächen mit Betroffenen aus unterschiedlichen Bereichen habe ich das Gefühl bekommen, dass es gerade in dieser Zeit wichtig ist, sich auszutauschen, sich gegenseitig zu unterstützen und nach vorne zu sehen. Und Öffentlichkeit in der Form zu schaffen, dass es für Außenstehende wahrnehmbar und nachvollziehbar wird, wie es sich anfühlt, unter diesen starken Einschränkungen weiterhin produktiv zu sein oder keinen direkten Zugang zur Kultur zu haben.

Interviews, die ich mit Künstlern, Kulturinteressierten und Vermittlern geführt habe, zeigen das aktuelle Spannungsumfeld. Die Interviews werden in unregelmäßigen Abständen erscheinen. Vorrangig geht es um die eigene Sicht der Dinge und das persönliche Erleben des/der Einzelnen. Es geht darum, sichtbar zu machen, wie sich die Pandemie im Leben und Erleben der Betroffenen auswirkt. In diesem Sinne wünsche ich mir einen regen Austausch mit allen Bereichen der Kultur, nicht nur der Bildenden Kunst.

Georg H. Schmidt